Schrittweise Öffnung der Sonneninsel ab Herbst 2020


„Das Coronavirus hat unser Zusammenleben verändert“, sagt Thomas Janik, Geschäftsführer der Sonneninsel. Wie es dem gesamten Team ergangen ist, wie die schrittweise Öffnung der Sonneninsel geplant ist und ob er auch etwas Positives aus der Coronazeit mitnehmen kann, könnt ihr im folgenden Interview nachlesen.

Wie waren die letzten Monate auf der Sonneninsel?
Sehr ruhig. Es war der erste Sommer in dem ganz wenig los war und somit schon gewöhnungsbedürftig. Einzelne Programme wie unsere Trauergruppe oder die Angebote des Verein V.I.A. sind weitergelaufen, aber es gab z.B. keine Camps der Österreichischen Kinderkrebshilfe und auch Familien konnten wir in dieser Zeit nicht auf der Sonneninsel begrüßen.

Wir haben der Dinge geharrt, weil keiner genau wusste, wie es weitergeht. Aber es blieb auch Zeit zur Reflexion und um andere Projekte, wie z.B. die Sonneninsel-Außenanlage (in Form der Sonneninsel-Insel an der Fischach), für die wir jetzt einen positiven Baubescheid erhalten haben, weiterzuentwickeln.

Diesen Sommer war alles ein wenig anders. Thomas Janik im Gespräch auf der Sonneninsel.

Was hat dich als Geschäftsführer am meisten gefordert?
Das Coronavirus hat einen wesentlichen Teil meiner Arbeitszeit in Anspruch genommen. Zu Beginn stand die Risikoabschätzung im Vordergrund. Zu einer Zeit, in der Ausbreitung und das Ansteckungsrisiko von Covid-19 noch überhaupt nicht erforscht waren, mussten wir entscheiden, wie es mit der Sonneninsel weitergeht.

Der Kinderkrebshilfe und dem Team der Sonneninsel war klar, dass wir unseren Gästen den bestmöglichen Aufenthalt garantieren wollen, aber natürlich unter Berücksichtigung der Gesundheit aller Betroffenen. Es gab regelmäßig (Video)- Konferenzen, in denen wir die Risiken und die momentane Situation bewertet und abgeschätzt haben. Es wurde dann von den Kinderkrebshilfeverbänden Österreichs die Entscheidung getroffen, im Sommer kein Programm anzubieten und die Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit zu schicken.

Wie ist es den Mitarbeiter*innen auf der Sonneninsel ergangen?
Wir haben ein richtig gutes Team, das über die Jahre zusammengewachsen ist und sehr eingespielt zusammenarbeitet. Eines war für uns immer klar: Wenn wir in Kurzarbeit gehen, dann das gesamte Team. Keiner sollte seine Arbeit verlieren. Mein Ansatz war die Entscheidungen offen und ehrlich zu kommunizieren. Das entspricht auch dem Haltungsraum der Sonneninsel. Die Sonneninsel funktioniert nur, wenn wir als Team gut zusammenarbeiten, miteinander auf Augenhöhe und wertschätzend kommunizieren. Das trägt einen dann auch durch schwierige Zeiten.

Obwohl manche Entscheidungen dann doch sehr kurzfristig waren (Lock-Down und Teilbetrieb), konnte sich jede(r) darauf einstellen. Wir haben gelernt, in kleinen Schritten zu denken, uns virtuell in Videokonferenzen abzustimmen und versucht, für unsere Familien auch aus der Ferne da zu sein. Viele Kernaufgaben, also z.B. die (telefonische) Betreuung der Familien, administrative Tätigkeiten im Büro (wie z.B. Dienstpläne, Spendenschreiben etc.) oder Anfragen von Kooperationspartnern beantworten bzw. die Instandhaltung des Gebäudes sind ja geblieben.

Das Positive war/ist, dass die MitarbeiterInnen ihre Verantwortungsbereiche sehr gut kennen und sehr selbstständig arbeiten. Daher konnten sie in der Fremdbestimmheit der Pandemie bzw. der Kurzarbeit doch auch selbstbestimmt bleiben.

Wie geht es jetzt weiter mit der Sonneninsel?
Wir arbeiten gerade an einem Konzept, um unsere Kernarbeit, also die Betreuung von betroffenen Familien, wieder aufnehmen zu können. Es gibt verschiedene Bereiche, wo Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer Familien und Mitarbeiter*innen gesetzt werden:

  • Unterbringung: Das betrifft v.a. den Reinigungsbereich und die Küche
  • Therapie und Pädagogik: Strategien für den therapeutischen Bereich wie z.B. kleinere Gruppen, Abstand, etc.
  • Büro- und Haus (z.B. verstärkte Desinfektionsintervalle)

Konkret bedeutet dies, dass wir leider weniger Familien auf der Sonneninsel beherbergen werden und zum Beispiel die Einführung der Maskenpflicht, eine Umgestaltung unseres Buffets sowie Desinfektionsspender. Zudem sind wir in Kontakt mit Mediziner*innen und orientieren uns an den allgemeinen Entwicklungen und Bestimmungen rund um Covid-19 in Österreich.

Zuversichtlich: Die Sonneninsel wird schrittweise ab Herbst geöffnet.

Trotz der vielen Einschränkungen sollen auf der Sonneninsel die Gemeinschaft und der persönliche Austausch im Vordergrund stehen. Leider trifft  die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen (um sich und alle anderen davor zu schützen) auch den Kern unseres menschlichen Zusammenlebens und verändert unser soziales Verhalten und den persönlichen Austausch miteinander. Die Sonneninsel versteht sich als Gemeinschaft, die verbindet, von Betroffenen für Betroffene.

Unsere nächsten Planungsschritte sind die langsame, schrittweise Öffnung der Sonneninsel in Richtung Nachsorgeangebote (Familienerholung). Wir werden einen Soft Start machen, die gesetzten Hygiene-Maßnahmen evaluieren und in den Herbstferien erste Familien bei uns begrüßen. Unser Ziel ist, bis Jänner 2021 wieder einen geregelten Betrieb auf der Sonneninsel anbieten zu können.

Was können wir Positives aus der Coronazeit mitnehmen? Wie kann man die Energie von Corona in etwas Positives wandeln?
Als wir im Jänner 2020 das Wort „Verbundenheit“ als Jahresthema wählten, war uns nicht bewusst, welche Bedeutung dieser Begriff das Jahr über für die Sonneninsel erlangen würde. Denn eines hat diese Pandemie gezeigt: In Verbundenheit mit anderen Menschen sind Krisen leichter zu bewältigen. Und diese Verbundenheit und Werte, für die die  Sonneninsel steht, haben wir versucht, trotz Corona aufrecht zu erhalten. Sei es mit unseren Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit, mit den Familien durch unseren aufsuchenden Telefonkontakt oder mit unseren Förderern und Spendern. Verbundenheit, so hat sich einmal mehr gezeigt, ist ein Kernaspekt unsere täglichen Tuns.

Die Energie von Corona in etwas Positives zu verwandeln ist gar nicht so einfach. Obwohl, während des Lock-Downs hatten viele Menschen wieder mehr Zeit für sich und ihre Familien…

Ich wünsche mir, dass sich die Situation bald entschärft, und wir wie gewohnt, in familiärer Gemeinschaft und Verbundenheit mit den betroffenen Familien arbeiten können und sie bei uns begrüßen dürfen.

 

 

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