Gemeinsame Zirkuswerkstatt spendet Lebensfreude


Ein ganz besonderes Gemeinschaftsprojekt, zwischen den ROTE NASEN Clowndoctors Österreich und der Sonneninsel Seekirchen fand vergangene Woche zum ersten Mal statt. Wir freuen uns sehr über die Kooperation und möchten dies zum Anlass nehmen, mehr über die Arbeit der ROTE NASEN Clowndoctors und über den gemeinsam organisierte Zirkuswerkstatt zu erfahren.

Hallo liebe ROTE NASEN Clowndoctors! Schön, dass ihr hier bei uns auf der Sonneninsel seid. Könnt ihr euch kurz für unsere LeserInnen vorstellen?
Eric: Ja klar. Hallo ich bin Eric Lebeau, ausgebildeter Musik- und Tanzpädagoge, Clowndoctor, Musiker, uvm. Seit vielen, vielen Jahren arbeite ich als Clown und bin quasi seit der Gründung der Clowndoctors in Salzburg mit dabei.

Heimo: Ich bin Heimo Thiel, Clowndoctor Kultur- und Zirkuspädagoge, Erwachsenbildner und ehemaliger Orgel- und Instrumentenbauer. Ich freue mich sehr über das Projekt und die schönen Erlebnisse, die wir hier mit den Kindern haben.

Gerlinde: Ich bin Gerlinde Glasl, arbeite als Kindergärtnerin und Sprachförderin, bin Montessori-Pädagogin, mache Kinder-Theater, bastle gerne Requisiten und bin kreative Erfinderin von Dingen. Ich wollte immer schon zu den Clowndoctors und freue mich, dass ich das Team seit 2021 unterstützen darf.

Foto: Erika Mayer Photography

Die Zirkuswerkstatt findet ja zum ersten Mal auf der Sonneninsel statt. Was ist für euch persönlich das Besondere an dieser Woche?
Heimo: Für mich ist es die gesamte Atmosphäre. Alle sind entspannt, die Eltern und die Kinder sowieso. Man merkt das ganz genau: Wenn die Eltern sehen, dass es den Kindern gut geht, dann hat das Auswirkungen auf sie selbst. Sie sind relaxt, interessiert… und können endlich einmal aufatmen und sich erholen.

Eric: Die Familien kommen mit ganz viel Freude hier her auf die Sonneninsel. Das merkt man. Es hat etwas Magisches hier. Die Sonneninsel ist eine Bereicherung für alle, denn es ist ein so schönes Miteinander. Ich freue mich ganz besonders über das Gemeinschaftsprojekt, denn ich als Privatperson, als Eric, habe immer schon eine Bindung zur Sonneninsel gehabt… und dass wir hier jetzt eine Zirkuswoche machen ist einfach wunderbar.

Gerlinde: Es ist sehr viel Offenheit hier. Jeder trägt Verantwortung füreinander. Das spürt man und macht die Arbeit so besonders.

Was lernen die TeilnehmerInnen hier? Gibt es Fähigkeiten, die man für den Alltag trainieren kann?
Heimo: Man lernt hier auf verschiedenen Ebenen, denn die Zirkuspädagogik deckt viele Bereiche ab. Das beginnt bei der Ausdauer, bei der Stärkung des Selbstvertrauens bis hin zur Motorik (Körperspannung, Haltung, Gleichgewicht, Balance). Aber auch soziale Kompetenzen wie die Interaktion mit anderen, das Miteinander als Familie, das Scheitern und Fehler machen, aber auch Lob annehmen werden geübt und gestärkt. Es werden Kompetenzen trainiert, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie hat.

Eric: Als Zirkuspädagoge begleitest du die Kinder in ihrem Lernprozess und zeigst ihnen Wege zu finden, ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Der Fokus ist beim Zirkustraining auf einen selbst gerichtet.

Beim Jonglieren mit Tüchern. Foto: Erika Mayer Photography

Was können die Kinder besonders gut, was die Erwachsenen?
Eric: Die Kinder können besser balancieren, z.B. auf der Laufkugel. Sie sind auch mutiger und schneller, trauen sich viel mehr zu als die Erwachsenen. Was schön ist: Die Eltern lassen sich von der Begeisterung ihrer Kinder anstecken.

Gerlinde: Meiner Erfahrung nach gehen Kinder mit mehr Leichtigkeit an die Sache heran. Die kognitiven Fähigkeiten sind bei den Erwachsenen besser ausgebildet. Sie können schneller auf Fehler reagieren und sie selber korrigieren. Das hilft zum Beispiel beim Jonglieren.

Heimo: Generell gesprochen ist die Clownerie immer Improvisation und es gehört ganz viel Erfahrung dazu. Die Frage, die wir uns als Zirkuspädagogen stellen, ist folgende: Wie können wir dem Menschen geben, was er jetzt gerade braucht? Wie kann ich als Clown oder Zirkuspädagoge mein Gegenüber ansprechen/abholen und ihn erreichen kann? Für uns ist die Arbeit spannend, denn es geht immer um Begegnungen und Beziehungen zueinander.

Wir bestärken die Menschen darin, an sich zu glauben, weiter zu üben um so jeden Tag ein Stück besser zu werden. Erwachsene denken oft zu viel nach und sagen gleich einmal „das kann ich nicht“. Umso schöner sind dann die Erfolge wenn dann etwas dann doch gelingt.
Wir als Zirkuspädagogen und Clowns sehen den Menschen, nicht die Krankheit oder Defizite.

Wie sind eure Erfahrungen? Wie sind eure Erfahrungen? Was macht ihr konkret im Zirkusworkshop?
Heimo: Es gibt drei Zirkusdisziplinen mit denen wir arbeiten:

  1. Artistik: Dazu zählen Tücher, Bälle, Diabolos, Hüte, Pois, Teller drehen, Cigarboxes, Keulen, Ringe.
  2. Equilibristik: Darunter versteht man Übungen zu Gleichgewicht und Balance mit Handstelzen, Rola Bola Rollen, Einrad fahren, Laufkugeln, Hüpfstäbe.
  3. Akrobatik: Dabei wird mit Partner- oder Gruppenakrobatik Körperbeherrschung und Verantwortung für sich und gegenüber den anderen geübt.

Anmerkung: Es gibt noch zwei weitere Säulen, Clownerie und Zauberei, die wir bei weiteren Terminen anbieten möchten.

Heimo: Das Selbstbewusstsein und auch der Selbstwert werden durch die Übungen gesteigert. Zudem trainiert man das räumliche Vorstellungsvermögen – alle drei Achsen mit denen wir uns im Raum orientieren werden aktiviert. Das Jonglieren beispielsweise macht das Gesichtsfeld weiter und somit erweitert sich auch die Wahrnehmung.

Der stärkste Mann der Welt. Foto: Erika Mayer Photography

Heimo: Mit den Übungen der Artistik (Jonglieren, Teller drehen, Pois, etc.) werden die Gehirnhälften trainiert und neuronale Netzwerke aktiviert. Wenn wir etwas Neues lernen, dann geht das mit Bewegung leichter. Und auch Freude löst im Gehirn positive Reize aus. Jonglieren macht quasi schlau.

Bei der Akrobatik geht es um Ausdauer, Mut und Vertrauen. Man muss miteinander kommunizieren, wenn man eine Menschenpyramide, so wie wir es für die gemeinsame Abschlussaufführung geplant haben, baut.

Der Zirkusworkshop findet ja als Gemeinschaftsprojekt zwischen Sonneninsel und ROTE NASEN Clowndoctors statt. Wie ist euch die Idee dazu gekommen?
Eric: Die Idee „schlummert“ schon ganz lange in mir. Wir waren ja schon öfter mal auf Einladung der Sonneninsel hier gewesen und haben die Familien mit Clown- und Zirkuseinlagen begeistert. Mit diesem einwöchigen Zirkusworkshop wollen wir unsere Zusammenarbeit intensivieren und auch das Angebot weiter ausbauen. In Zukunft können die Familien den Besuch der ROTE NASEN Clowndoctors im Rahmen des Aktivitäten-Programms auswählen und vielleicht wird es bald regelmäßige Besuche geben.

Fotos: Erika Mayer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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