„Die Lebensfreude nehme ich mir mit.“


René ist 25 Jahre, kommt aus Schwaikheim bei Stuttgart und hat die Sonneninsel im Rahmen seines Praktikums kennengelernt. Im Interview steht er uns Rede und Antwort und berichtet über seine Zeit und Erfahrungen auf der Sonneninsel.

Lieber René, wie bist du auf die Sonneninsel aufmerksam geworden?
Ich komme aus Waiblingen in Deutschland und bin 25 Jahre alt. Ich studiere Soziale Arbeit im Gesundheitswesen an der DHBW Stuttgart. In meinem Studium wechseln sich Theorie und Praxis alle drei Monate ab, deshalb hab ich nach einem Praktikumsplatz gesucht und bin auf die Sonneninsel gestoßen.

Im Beratungscenter meiner Hochschule gab es Feedbackbögen von Studierenden, die weltweit Praktika gemacht haben. Ein ehemaliger Praktikant, Maximilian, hat sehr positiv über die Sonneninsel berichtet. Vor allem das wertschätzende Team und die offene Arbeit haben mich angesprochen.

Ich habe zuvor oft erlebt, dass das Arbeitsklima eher kühl und hierarchisch ist. Deshalb wollte ich bewusst etwas anderes kennenlernen. Außerdem wollte ich raus aus der Großstadt und lieber in eine ruhigere, ländliche Umgebung. Die Sonneninsel hat dafür perfekt gepasst. Und es war wirklich so, wie es beschrieben wurde.

Wie sieht dein Praktikum auf der Sonneninsel aus? Was sind deine Aufgaben? Wie sieht ein typischer Tag aus?
Mein Tag beginnt um 9 Uhr in der Teamküche der Pädagogik. Dort besprechen wir gemeinsam das Tagesprogramm. Oft gibt es kreative Angebote wie Töpfern, Basteln oder saisonale Aktionen, zum Beispiel zu Ostern.

Ab 10 Uhr starten dann die Angebote. Ich bereite Materialien vor und sammle Ideen. Im offenen Atelier können sich die Kinder kreativ ausleben. Es ist schön zu sehen, was dort entsteht. Viele machen richtige Kunstwerke.

Mittags esse ich gemeinsam mit den Kolleginnen. Der Austausch im Team ist sehr wichtig. Ich habe auch bei Ausflügen mitgemacht. Zum Beispiel am Erlebnisbauernhof in Grödig oder beim Klettern. Da gab es einen sehr schönen Moment für mich, als ich gemeinsam mit einem Jungen bis ganz nach oben bei der Kletterwand geklettert bin.

Auch die Alpaka-Wanderung war sehr schön. Dort erlebt man die Familien außerhalb der Sonneninsel. Das stärkt die Beziehung, weil man sich auf Augenhöhe begegnet.

Neben der Pädagogik habe ich auch in anderen Bereichen mitgeholfen. Zum Beispiel in der Küche, bei der Zimmerreinigung oder an der Rezeption. Bei der Sonneninsel packt einfach jeder an, wenn er/sie gebraucht wird. Das hat mir auch gut gefallen, denn so konnte ich viele Einblicke gewinnen und das ganze Team kennenlernen.

Auch der Austausch mit den Familien war mir wichtig. Man kommt ins Gespräch und lernt viel. Selbst nach Feierabend habe ich manchmal mitgemacht, zum Beispiel beim Makramee knüpfen. Schön waren auch die Spaziergänge an den nahe gelegenen Wallersee. Das war eine gute Balance.

Simone (Pädagogik) und René bei der Arbeit auf der Sonneninsel.

Was denkst du über das Konzept der Sonneninsel?
Ich finde das Konzept sehr gelungen. Die Sonneninsel ist ein Ort, an dem Familien zur Ruhe kommen können. Gerade wenn ein Kind erkrankt ist, steht es oft im Mittelpunkt. Auf der Sonneninsel haben auch die Eltern und Geschwisterkinder Raum für Gespräche und für ihre Beziehung. Das ist sehr wichtig. Sie können vom Alltag abschalten und sich neu kennenlernen. So werden Beziehungen wieder gestärkt.

Das Angebot ist so vielfältig, es gibt einen ganzen Baukasten an Aktivitäten. Die Einrichtung hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Es gibt viele neue Ideen und Räume. Die Familien nehmen das sehr positiv wahr. Besonders die großen Räume wie der Speisesaal oder der Veranstaltungssaal sind beeindruckend. Es ist kaum zu glauben, dass alles spendenfinanziert ist.

Durch die offenen Angebote kommen Familien leicht miteinander in Kontakt. Bei gemeinsamen Aktivitäten entstehen neue Freundschaften. Formate wie das „Get together“ oder die Inselcamps fördern das zusätzlich. Viele treffen sich sogar später wieder, zum Beispiel beim Eislaufen oder Karaoke.

Was mir auffällt: Die Kinder sind hier wirklich Kinder. Kaum jemand sitzt am Handy. Stattdessen wird gespielt, gebastelt oder gemeinsam Zeit verbracht. Oft bringen die Kinder selbst tolle Ideen ein. Das ist schön zu beobachten.

Auch organisatorisch wird viel möglich gemacht. Wünsche der Familien werden von der Rezeption ernst genommen. Das Angebot ist so groß, dass man manchmal gar nicht weiß, was man zuerst machen soll. Gleichzeitig ist alles sehr offen. Wenn etwas ausfällt, findet man schnell eine Alternative.

Gibt es ein besonderes Learning aus deinem Praktikum? Was nimmst du persönlich mit?
Die Erfahrungen hier waren sehr bereichernd. Besonders mitnehmen werde ich die wertschätzende Arbeitsweise im Team sowie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern. Ich habe viele Familien kennengelernt, die wirklich schwierige Zeiten erlebt haben. Trotzdem haben sie sich ihre Lebensfreude bewahrt. Das hat mich beeindruckt.
Ich nehme für mich mit, dass man sich immer wieder bewusst machen sollte, was man hat. Familie, Freunde und schöne Erlebnisse. Das gibt Kraft und macht glücklich. Außerdem habe ich gelernt neue Dinge auszuprobieren. Manchmal braucht es nur einen kleinen Ruck.

Die gemeinsamen Angebote und Begegnungen bleiben mir in Erinnerung.

Vielen Dank für das Interview!
Jetzt spenden