Melanie im Portrait


Melanie ist als pädagogische Leitung erste Ansprechperson & wichtiges Sprachrohr für unsere Familien und Gäste vor Ort. Im persönlichen Gespräch erzählt sie von ihrer Arbeit und warum sie die Sonneninsel so schätzt.

Hallo Melanie, wie bist du zur Sonneninsel gekommen?

Im Rahmen meines Pädagogik-Studiums lernte ich die Sonneninsel erstmals als Praktikantin kennen. Danach habe ich immer wieder gerne mitgeholfen und als dann die Stelle der Pädagogischen Leitung ausgeschrieben wurde, habe ich mich beworben.

Ich denke, durch meine vielseitigen Ausbildungen, einerseits in der Tourismusschule Bad Hofgastein, in der schulischen Nachmittagsbetreuung, meinem Pädagogik-Studium, sowie als Mutter von drei Kindern, bringe ich viele unterschiedliche Perspektiven mit ein und kenne auch die Herausforderungen mit denen Familien im Alltag konfrontiert sind. Meine Motivation auf der Sonneninsel zu arbeiten ist die sinnstiftende Tätigkeit selbst, aber vor allem auch der wertschätzende Umgang untereinander und wie wir auch den Familien hier begegnen. Die Familien sind Teil der Sonneninsel und werden auch so bei uns empfangen. Gerade deshalb, ist die Sonneninsel für mich ein ganz einmaliger und besonderer Ort.

Wenn du deinem 14-jährigen Ich deine Arbeit erklären müsstest, wie sähe das aus?

Jeder Arbeitstag ist unterschiedlich und abwechslungsreich. Als Hauptaufgabe sehe ich natürlich die Gastgeberrolle die ich innehabe. Gemeinsam mit dem Team bin ich für die Familien vor und während ihres Aufenthalts Ansprechperson.

Dazu gehört als erster Schritt schon vor dem Aufenthalt auf der Sonneninsel die telefonische Kontaktaufnahme mit den Familien. In einem Erstgespräch werden Informationen ausgetauscht, Erwartungen und Wünsche abgeklärt und unser flexibles Baukastenprinzip erklärt. Oftmals gilt es zu klären, wie die Situation daheim ist, was die Familien vor Ort brauchen und ganz besonders wichtig ist dabei das aktive zuhören.

Die Sonneninsel ist ein Ort zum Kraft tanken für Familien. Oftmals ist der Aufenthalt auf der Sonneninsel für die Familien die erste Zeit seit langem, in der sie wieder selbstbestimmt über ihren Lebensalltag entscheiden können, fernab von Krankenhaus- oder Therapieterminen. Also weg von der Fremdbestimmtheit durch die Erkrankung und hin zur Selbstbestimmtheit.

Aber auch die Erarbeitung von pädagogischen Konzepten und die Entwicklung neuer Angebote steht im Fokus meiner Arbeit. Hier schätze ich vor allem den wertschätzenden Austausch mit meinen Kolleginnen. Wir arbeiten ganzheitlich und sehr lösungsorientiert. Bei uns stehen die Familien im Mittelpunkt. Die Eltern und Kinder sind selbst Experten ihres Lebens und ihrer Bedürfnisse, deshalb ist der Austausch mit den Familien besonders wichtig um die Angebote zu erstellen, die den Familien gut tun.

Genauso wichtig ist aber auch das Konzept und die Botschaft der Sonneninsel weiterzutragen, also Netzwerken. Auch die Betreuung von Praktikanten und freiwilligen Helfern stehen auf meiner To-Do Liste.

Hast du einen Lieblingsplatz auf der Sonneninsel?

Ich fühle mich überall wohl, die Sonneninsel ist ein Ort der Begegnung, ein Raum der ausreichend Platz zum Entfalten und für den Austausch bietet. Es gibt viele Ecken wo man sich zurückziehen kann, aber auch viele Orte wo man das Leben spürt. Jeder kann sich das nehmen, was er gerade braucht.

Gibt es einen Moment der dich besonders berührt hat? Oder ein Kind/Familie?

Ja, ich kann mich noch sehr gut an eine Familie erinnern, die uns bei einem Abschluss-Morgenkreis mit ihren Worten sehr berührt hat. Die Familie war während einer Familienzeit zu Gast auf der Sonneninsel und hatte die ganze Woche viele fröhliche Momente. „Mein Sohn hat seit zwei Jahren nicht so viel gelacht wie hier auf der Sonneninsel“ erzählte die Mutter bei der Abschlussrunde. „Zu Hause war er viel in seinem Zimmer, hier ist er richtig aufgeblüht.“ Vor allem würde sie viele neue Impulse mitnehmen.

Auch auf die Partnerschaft hatte der Aufenthalt einen positiven Einfluss. Die Eltern erzählten, dass sich der Fokus durch die Krankheit des Kindes sehr verschoben habe. „Während des Aufenthalts haben wir wieder zueinander gefunden und festgestellt, dass wir uns immer noch lieben.“ Das war ein bewegender Moment für uns alle im Team.

Wohin soll sich die Sonneninsel hin entwickeln? Was wünscht du dir für die Zukunft?

Vom Zeitpunkt der Diagnose bis hin zur medizinischen Nachsorge haben die Familien auf der Sonneninsel die Möglichkeit, nach und auch während dieser Ausnahmesituation Kraft zu tanken. Der Ansatz der Selbstbestimmtheit und das Prinzip des flexiblen Baukasten-Systems (jede Familie kann sich aussuchen, welche Angebote sie in Anspruch nimmt) wird sehr gut angenommen. Der Bedarf ist groß. Ich wünsche mir, dass die Sonneninsel weiter bestehen kann, weil wir hier jeden Tag sehen, wie wichtig es ist, dass es dieses Angebot gibt.

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